
Ja das Dachl verlangt vollen Einsatz...das war uns uns von
vornherein klar...außerdem waren wir letzten August
schon mal hier...
Wir hatten zwar gutes Wetter (erster schöner Tag nach Kaltfront)...
aber es pfiff uns ein eiskalter Wind um die Ohren.
Uns hat es so dermaßen gefroren...und des Ende August!!
Deshalb traten wir auf dem Plattenspitz den langen Rückweg an...

Dieses Jahr versuchen wir es nochmal...und zwar im Juli!
Wir latschen wieder die drei Stunden zur Dachlschlucht...
und kraxeln durch sie den langen "Vorbau" rauf...
Bis man endlich den Einstieg erreicht, hat man schon so vier bis fünf Stunden hinter sich...wenn man von unten
startet.

Heuer haben wir das Wetterglück auf unserer Seite!!!
Es ist warm genug und wir haben einen stabilen Tag
erwischt...der "Zustieg" zur ersten eigentlichen Länge und
diese wurden vor ein paar Jahren wieder mit neuen
Bohrhaken eingerichtet. Man kann noch ein, zwei abgeschlagene
Klebehaken bewundern...da waren Kräfte am Werk!!

Die ganze Route ist äußerst hart bewertet, das ist ja
hinlänglich bekannt.
Schon die Länge zum Plattenspitz (angeblich 6)
ist sauschwer!!
Rein optisch schaut die 7+ Länge dann gar nicht so
brutal aus....sie ist es aber von Anfang bis Ende!!
Wir hangeln uns vorsichtig an den wahrscheinlich
originalen Hakln und ein paar Bolts technisch
nach oben...zum frei klettern reicht bei uns der Saft
nicht...evtl. wenn man es gut kennt...

Sollte sich eine von den Rostkrücken verabschieden, wird's
wohl schnell ungemütlich schwierig...
Das beste "Placement" war ein Hakl, der in einem Holzscheit
steckte...eine "Absicherung", die es im Xeis wohl öfters gab,
wie uns ein einheimischer Kletterer berichtete...leider habe ich
kein Bild davon.

Das ganze geht nahtlos über in die zweite Diagonal Länge.
Auch hier kletterten wir nur wenige Meter frei...das lag vor allem daran, dass wir nicht wussten, was in der sechsten Länge auf uns wartet.
Hoffentlich schaffen wir die, denn ein Rückzug von hier wäre
sicher nicht einfach....und außerdem steigen wir bestimmt nicht
noch mal ein....wie sagte der Local so schön: "einmal muss man sie gemacht haben...".

Am Abend davor trafen wir Erdinger Kletterer, welche die
Route letztes Jahr gemacht haben. Sie meinten die sechste
Länge geht scho...am Beginn beherzt raufblocken, dann ist
es ok...
Ganz so leicht war es dann natürlich nicht....und ich danke Dirk,
dass er es nach einigem Probieren doch noch durchgezogen hat.
Nach dem ersten Überhang kommt ein Hakl und bald darauf
der einzige Bolt...früher ging's wohl rechts weiter....jetzt
kraxelt man zu einem neuen guten Normalhaken und von diesem
links weiter über total kompakte Platten (ein richtiges Geeiere!)
Wir hatten noch überlegt Hammer und Haken mit zu nehmen....
Es kommt nochmal ein schlechterer neuer "Normalo" und in einer
Links Rechts Schleife erreicht man schließlich doch noch das
Fußballplatzl....boah, war des wild....
Diese Länge ist auf jeden Fall der Schlüssel zur Tour!

Die nun folgende lange Siebener Länge teilen wir uns auf...das ist
ein ganz guter Plan zwecks Seilzug und Länge.
Ich mache den ersten Teil und schiebe einen kleinen Cam hinter
die hohl dröhnende, morsche Schuppe und beziehe Stand am
Bolt mit Holzkeil.
Dirk packt den Doppelüberhang an und ich bin froh, als er nach
hartem Kampf den Stand erreicht.
Jetzt schaffen wir den Rest auch noch!!!

Bei der folgenden kurzen Querung kommt dann tatsächlich
etwas Genuss auf...und man erreicht einen geräumigen
Standplatz mit Blumenwiese...wie gemütlich...wäre da nicht
das letzte Bollwerk!
Der Riss schaut gut und leicht aus...ist aber das Gegenteil....nur
ganz am Anfang kommt etwas Flow auf.
Bald haben wir das auch gemeistert und man steigt beim
traumhaften Dachfirst aus!!!
Oh Yeah😊
Ein gewaltiger Blick auf die menschenleeren Gipfel ringsum...
Am liebsten würden wir gleich auf der Wiese nach dem First
biwakieren...aber wir haben nix zum Trinken dabei und es
ist auch noch drei Stunden hell.
Das reicht genau um die Rucksäcke mit den Stirnlampen
bei der Dachlschlucht zu holen😉.
Auf der Haindlkarhütte schläft schon alles...also kein
Bier mehr...dafür einen super Sternenhimmel in der mondlosen
Nacht...
Zum Glück haben wir am Parkplatz noch Bierreserven!

Fazit:
Fast zu schwer, aber doch irgendwie machbar...
Lange Route vom Tal aus.
Material:
Viele Exen und Cams bis Größe drei
Keile hatten wir dabei, aber nicht eingesetzt
Schöner Film zur Dachl Einstimmung:
https://www.servustv.com/de/page/AA-1RFF2HPF52112/durch-das-gesause-in-der-dachl-nordwand



Kommentar schreiben